Manchmal erzählt mir jemand auf dem Behandlungsstuhl nicht nur von seinen Zähnen. Sondern vom verspannten Nacken, von Kopfschmerzen am Morgen, von unruhigem Schlaf oder einer Müdigkeit, die einfach nicht weggeht. Oft wurde schon vieles untersucht, ohne dass sich ein klares Bild ergeben hat. Genau diese Geschichten sind der Grund, warum ich mich gerade intensiv weiterbilde.
Lernen bei Dr. Anne Karl
Derzeit absolviere ich die sechsmonatige Masterclass „Integrative Zahn- und Regulationsmedizin“ bei Dr. Anne Karl. Sie ist Zahnärztin mit eigener Privatpraxis in Köln und seit über 20 Jahren im Beruf. Ihr Ansatz verbindet moderne Zahnmedizin mit Erkenntnissen aus der Psychoneuroimmunologie – also dem Zusammenspiel von Psyche, Nerven- und Immunsystem – sowie aus Epigenetik und Körpertherapie.
Der Mund als Schaltstelle
Der Grundgedanke ist einfach und hat mich sofort überzeugt: Dein Mund ist kein isolierter Reparaturort. Über Nervenbahnen wie den Trigeminus- und den Vagusnerv ist er eng mit Nervensystem, Hormonen und Immunsystem verbunden. Das Kiefergelenk spielt eine wichtige Rolle für die Körperhaltung. Und Atmung, Zungenlage und Biss beeinflussen sich gegenseitig – oft mehr, als wir denken.
Was ich in der Masterclass lerne
- Das vegetative Nervensystem als Schlüssel für Stress, Entspannung und Regulation
- Zellenergie und Schutzbarrieren – wie Zahnfleisch, Darm und Gehirn zusammenhängen können
- Haltung und Sinnesrezeptoren – wie Füße, Augen, Biss und Faszien unser Gleichgewicht mitsteuern
- Funktionskreise – Mundhöhle, Stoffwechsel, Hormone und Immunsystem im Zusammenhang sehen
- Blockaden erkennen – warum Behandlungen manchmal stocken und welche Reihenfolge von Therapieschritten sinnvoll ist
Ein wichtiger Teil ist auch die Zusammenarbeit: Wann ist es sinnvoll, Physiotherapie, Osteopathie oder ärztliche Kolleginnen und Kollegen einzubeziehen?
Was das für dich bedeutet
Vieles davon passt wunderbar zu dem, was mir in meiner Praxis am Herzen liegt: Myofunktionelle Therapie, Dentosophie und die Behandlung der Craniomandibulären Dysfunktion. Unser Leitsatz „Funktion formt Form“ bekommt dadurch noch mehr Tiefe.
Konkret heißt das: Ich nehme mir Zeit für ein ausführliches Gespräch und frage auch nach Schlaf, Atmung, Haltung und Belastungen im Alltag. Bewährte Zahnmedizin ersetzt das nicht – es ergänzt sie um einen erweiterten Blick. Jeder Mensch ist anders, und wie sich Beschwerden entwickeln, lässt sich vorher nicht vorhersagen. Aber je besser wir die Zusammenhänge verstehen, desto gezielter können wir gemeinsam ansetzen.
Lesetipp für dich
Wenn du tiefer einsteigen möchtest, empfehle ich dir das neue Buch von Dr. Anne Karl: „Zeig mir deine Zähne und ich sage dir, was dich bewegt“ (Integral Verlag, 2026, ISBN 978-3-7787-9347-3). Es erklärt verständlich und mit vielen Fallbeispielen, wie Mund, Nervensystem, Haltung und Atmung zusammenwirken – und welche Rolle Atmung, Ernährung und Schlaf für deine Selbstregulation spielen können. Vorkenntnisse brauchst du keine.
Neugierig geworden? Sprich mich gerne bei deinem nächsten Termin darauf an – oder melde dich unter ordination@mundharmonie.at oder +43 664 1402090.
Deine Julia
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